Dreadlocks aus deinem eigenen Haar brauchen einen Tag Arbeit oder mehr und etwa einen Monat Geduld. Hier zeigen wir, wie wir es im Daddy-Dreads-Studio machen: wie du dein Haar vorbereitest, die Häkelmethode Schritt für Schritt und wie lange ein ganzer Kopf dauert. Außerdem erfährst du, wie die ersten Wochen aussehen und wann du die neuen Dreads waschen kannst. So machen wir Dreads seit mehr als 13 Jahren.
Haare auf Dreadlocks vorbereiten
Haarlänge
Dein Haar sollte mindestens 7 cm lang sein. Kürzeres Haar verfilzt schwer und hält schlecht. Längeres Haar lässt dir mehr Freiheit bei Größe und Dicke der Dreads. Wenn dein Haar gerade so lang genug ist, lies unseren Ratgeber zu kurzen Dreads.
Ohne Spülung waschen
Wasch dein Haar vorher mit deinem normalen Shampoo und lass Spülung, Masken und Öle weg. Sie machen das Haar glatt, und glattes Haar verfilzt nicht. Lass das Haar vor dem Start vollständig trocknen.
Kein Wachs, keine Öle
Wir verwenden für Dreads weder Wachs noch Öle. Sie sammeln Staub und machen Dreads schwer zu waschen. Ein Kamm und eine Häkelnadel reichen. So gemachte Dreads lassen sich leicht waschen, fühlen sich weich an und haben keine Rückstände.
Stil und Dicke wählen
- Gehäkelte Dreadlocks: mit Kamm und Häkelnadel gemacht. Sie sind gleichmäßig und ordentlich, passen zu den meisten Haartypen und halten jahrelang.
- Freeform-Dreadlocks: Das Haar verfilzt fast ohne Arbeit von selbst. Werkzeug brauchst du keins, aber die Dreads werden unterschiedlich dick und uneinheitlich.
- Sisterlocks: sehr dünne, bewegliche Dreads, oft bei Afrohaar. Auf einem Kopf können es über 100 sein.
Die Größe der Abteilung bestimmt, wie dick deine Dreads werden. Eine Abteilung von 2×2 cm ergibt mittlere Dreads. 1×1 cm ergibt dünne Dreads, passt aber nicht zu jedem Haartyp. Größer als 4×4 cm solltest du nicht abteilen: Solche Dreads wirken licht, und zwischen ihnen sieht man die Kopfhaut. Ideen findest du in unseren Arbeiten auf Instagram unter @daddy__dread und im Katalog natürliche Dreadlocks.
Welches Werkzeug du brauchst
- Einen feinzahnigen Kamm zum Toupieren.
- Eine Häkelnadel mit 0,4–0,45 mm, um das Haar zu verfilzen, ohne es zu beschädigen. Dickere Nadeln geben kein sauberes Ergebnis.
- Kleine Silikongummis, um die Abteilungen bei der Arbeit getrennt zu halten.
Die Daddy-Dreads-Methode Schritt für Schritt
Schritt 1: Haare abteilen
Teile dein Haar in quadratische Abteilungen der gewählten Größe. Gleichmäßige Quadrate ergeben gleichmäßige Dreads. Fixiere jede Abteilung mit einem Gummi.
Schritt 2: Jede Strähne toupieren
Reib die Strähne zwischen den Handflächen, damit sie anfängt zu verfilzen. Dann halte sie straff und schiebe den Kamm immer wieder Richtung Kopfhaut, nah am Ansatz beginnend, bis die ganze Strähne verfilzt ist.
Schritt 3: Mit der Häkelnadel festigen
Zieh mit der 0,4–0,45-mm-Nadel die losen Haare in kleinen kreisenden Bewegungen in die Strähne hinein. Genau das macht den Dread fest und auf der ganzen Länge gleichmäßig.
Schritt 4: Rollen und wiederholen
Roll den fertigen Dread zwischen den Handflächen, um ihn zu glätten. Wiederhol die Schritte für jede Abteilung, bis der ganze Kopf fertig ist.
Freeform-Dreadlocks
Wenn du einen natürlichen Look und wenig Arbeit willst, lass dein Haar von selbst verfilzen. Wasch es regelmäßig, kämm es nicht und meide Produkte, die das Verfilzen verhindern. Wenn das Haar zu verfilzen beginnt, zieh die Knoten vorsichtig auseinander, damit sich jeder Dread einzeln bildet. Etwas Rollen zwischen den Handflächen verhindert, dass die Dreads zu dick werden.
Wie lange dauert es, Dreadlocks zu machen?
Das hängt davon ab, wie viele Dreads du willst, wie lang und wie dicht dein Haar ist. Ein ganzer Kopf Naturdreads dauert meist 1 bis 4 Tage mit etwa 10 Stunden Arbeit pro Tag. Im Durchschnitt sind es 15–25 Stunden Arbeit für den ganzen Kopf.
Die ersten Wochen: Was dich erwartet
Direkt nach dem Machen sehen Naturdreads eher wie verfilztes Haar aus als wie fertige Locks. In den ersten zwei Wochen sind sie flauschiger, und den ganzen ersten Monat bleiben sie recht fusselig. Das ist normal.
Etwa einen Monat dauert es, bis das Haar zu verfilzen beginnt. Wir nennen das Setzen: Die Dreads werden einheitlicher und dichter, wie Filz. Nach dem ersten Monat sehen sie deutlich gleichmäßiger aus.
Wann darf man neue Dreadlocks waschen?
Warte mit der ersten Wäsche etwa 3 Wochen. Diese 2–3 Wochen brauchen die Dreads, um sich zu setzen. Wenn es juckt oder Schuppen auftreten, wasch früher, zum Beispiel nach zwei Wochen.
Sobald sich deine Kopfhaut an die Dreads gewöhnt hat, wasch sie alle 7–14 Tage. Danila, der Gründer von Daddy Dreads, wäscht seine eigenen Dreads alle 10 Tage.
- Nimm ein Shampoo ohne Rückstände: Produktreste ziehen Staub an.
- Trockne die Dreads vollständig. Sie brauchen länger als offenes Haar, und feuchte Dreads riechen schnell muffig.
- Geh nie mit nassen Dreads ins Bett.
Mehr Tipps findest du in unserem Ratgeber Dreadlocks waschen.
Korrektur: Wann Naturdreads nachgearbeitet werden
Etwa einen Monat nach dem Machen empfehlen wir die erste Korrektur. Dabei werden die losen Haare wieder eingearbeitet, damit die Dreads nicht fusseln. Danach ist eine Korrektur meist alle 3–4 Monate nötig. Sie betrifft vor allem den Ansatz, manchmal wird auch die Länge angeglichen.
Wie oft du sie brauchst, hängt von zwei Dingen ab:
- Wie fest die Dreads gemacht wurden. Festere Dreads sind weniger beweglich, aber gleichmäßiger und fusseln weniger, deshalb brauchen sie seltener eine Korrektur.
- Wie oft du wäschst. Je öfter du wäschst, desto mehr fusseln die Dreads. Seltener waschen heißt weniger Fusseln.
Wie die Korrektur geht, erklären wir im Ratgeber Dreads nacharbeiten, und Schritt für Schritt zeigen wir es im Pflegekurs für Naturdreads.
Ansatzpflege zwischen den Korrekturen
Einmal pro Woche nimmst du den Ansatz jedes Dreads zwischen die Finger, drückst ihn sanft an die Kopfhaut und massierst 5–10 Sekunden. Das hilft dem Ansatz zu verfilzen. Für den ganzen Kopf dauert das 30–60 Minuten.
Juckreiz und Kopfhautpflege
Die wichtigste Regel: Kratz dich nie mit den Fingernägeln am Kopf. Wenn es stark juckt, massier die Kopfhaut sanft mit den Fingerkuppen. Nägel verletzen die Haut.
- Ein beruhigendes Mittel für die Kopfhaut hilft gegen Juckreiz.
- Du kannst die Kopfhaut auch mit einem Antiseptikum besprühen.
- Wenn Juckreiz oder Schuppen nicht weggehen, wasch die Haare früher als geplant.
- Wenn du in einem See oder Teich schwimmst, spül die Dreads danach mit sauberem Wasser und trockne sie gut.
Schmuck und Styling
Wenn sich deine Dreads gesetzt haben, kannst du Perlen aus Holz, Stein oder Glas und bunte Wraps einarbeiten oder sie für besondere Anlässe zu Dutts und Zöpfen stylen.

